Aktionstag gegen digitale Gewalt

Die Initiative „Stärker als Gewalt“ legt im Oktober einen Schwerpunkt auf das Thema „Digitale Gewalt gegen Frauen“. Höhepunkt war der Aktionstag gegen digitale Gewalt am 15. Oktober 2020 mit zwei Veranstaltungen in Berlin.

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Podiumsdiskussion über Gewalt im Netz mit Bundesfrauenministerin Franziska Giffey

Digitale Gewalt nimmt zu und trifft in den allermeisten Fällen Frauen und Mädchen. Sexistische, frauenfeindliche, beleidigende und bedrohende Kommentare sind für viele Teil ihres Online-Alltags. Wie sich Gewalt im digitalen Raum zeigt und welche Strategien es dagegen gibt, war Thema der hybriden Podiumsdiskussion „Im Netz nicht sicher? Wie man sich gegen digitale Gewalt wehren kann“, die am 15. Oktober 2020 im BASECAMP ON AIR in Berlin stattfand. Mit dabei waren Bundesfrauenministerin Franziska Giffey, Katja Grieger, Geschäftsführerin des Bundesverbands Frauenberatungsstellen und Frauennotrufe (bff), Anna-Lena von Hodenberg, Geschäftsführerin von HateAid, sowie per Video zugeschaltet Cheyenne Ochsenknecht, Influencerin und Unterstützerin der Initiative „Stärker als Gewalt“. Diana zur Löwen, Influencerin und Unternehmerin, moderierte die Diskussion. Die Teilnehmerinnen machten deutlich, wie wichtig es ist, gegen digitale Gewalt vorzugehen, sich zu wehren und Angriffe zur Anzeige zu bringen. Betroffene brauchen Solidarität und Unterstützung – damit sie sich angesichts der Angriffe nicht zurückziehen – denn das Internet muss ein sicherer Ort für alle sein. Dabei spielen Familie und Freundeskreis ebenso wie Zeuginnen und Zeugen von digitaler Gewalt eine wichtige Rolle: Sie können Betroffenen zur Seite stehen, Anfeindungen mit deutlichen Kommentaren zurückweisen, auf Beratungsangebote hinweisen und vor allem: Angriffe ernst nehmen. Die Info-Kampagne zu digitaler Gewalt bündelt hierzu Informationen und stellt Handlungsoptionen vor. Damit alle Menschen im Netz sicher unterwegs sein können.

Die Aufzeichnung der Veranstaltung BASECAMP ON AIR kann hier abgerufen werden.

„digital+real“ – Digitaler Fachaustausch des Bundesverbands der Frauenberatungsstellen und Frauennotrufe (bff)

Im Rahmen des Aktionstages veranstaltete der Bundesverband der Frauenberatungsstellen und Frauennotrufe (bff) außerdem den digitalen Fachaustausch „digital+real“. Die eingeladenen Expertinnen und Experten diskutierten aus wissenschaftlicher und praxisorientierter Sicht, wie Fachkräfte von digitaler Gewalt betroffene Frauen beraten und sie dabei unterstützen können, sich gegen die Angriffe zur Wehr zu setzen. Dabei wurde deutlich, dass viele Fachkräfte die Beobachtung gemacht haben, dass das Problembewusstsein zum Thema geschlechtsspezifische digitale Gewalt wächst. Um Beratung, Präventions- und Hilfsangebote künftig noch stärker an die Bedarfe der Betroffenen anpassen zu können, ist die weitere Förderung dieser Angebote bei Beratungsstellen und in Frauenhäusern entscheidend. Der Tenor der Veranstaltung: Um digitaler Gewalt gegen Frauen effektiv und nachhaltig zu begegnen, gilt es, an mehreren Stellschrauben zu drehen – mit dem Ausbau einer niedrigschwelligen Technikberatung für Betroffene von digitaler Gewalt; mit mehr Wissen, Sensibilisierung und Ressourcen bei Polizei und Staatsanwaltschaft; mit aussagekräftigen Studien über das Ausmaß digitaler geschlechtsspezifischer Gewalt. Zudem sehen die Fachleute auch Plattformbetreiber, Anbieter von Online-Diensten sowie Software- und Produktentwickler in der Verantwortung, gegen geschlechtsspezifische digitale Gewalt und Hatespeech aktiv zu werden.

Auf der Online-Plattform „Aktiv gegen digitale Gewalt“ des bff finden Betroffene und ihr Umfeld Informationen zu verschiedenen Gewaltformen und Techniksicherheit sowie eine bundesweite Datenbank mit Fachberatungsstellen.

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Gegen digitale Gewalt

Sie sind selbst von digitaler Gewalt betroffen oder fragen sich, wie Sie anderen Betroffenen helfen können? Hier finden Sie Tipps, was Sie tun können:

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