7 Tipps, wie Sie bei digitaler Gewalt helfen können

Um digitale Gewalt zu stoppen, brauchen Betroffene Unterstützung. Eine Checkliste zeigt erste Schritte, die gegen die Angriffe helfen.

Wie Sie anderen gegen digitale Gewalt helfen können, zeigt die folgende Checkliste.

1. Das Gespräch mit Betroffenen suchen: Sie erhalten per E-Mail oder Messenger-Dienste ungewollt persönliche bzw. vertrauliche Informationen über eine Person aus Ihrem Bekanntenkreis? Jemand leitet Ihnen beleidigende oder peinliche Fotos dieser Person weiter? Sagen Sie der Betroffenen oder dem Betroffenen Bescheid und bieten Sie ihr oder ihm Hilfe an. Wichtig ist, der betroffenen Person deutlich zu machen, dass diese Angriffe ernst zu nehmen sind.

2. Beweise sichern: Wer Screenshots der beleidigenden oder intimen Beiträge macht oder diese ausdruckt, sammelt wichtige Beweise. Es kann auch nützlich sein, Beweise auf einem separaten Datenträger zu speichern. Das ist nicht strafbar – Ausnahme: Kinderpornografie. Dabei ist sowohl der Besitz strafbar als auch das Speichern oder die Verbreitung.

3. Fotos oder Informationen nicht teilen: Um die betroffene Person zu schützen, sollten intime oder beleidigende Inhalte nicht mit weiteren Personen geteilt werden. Wer sich mit anderen zum weiteren Vorgehen beraten will, sollte die Privatsphäre der betroffenen Person wahren.

4. Inhalte melden: Einige Apps oder soziale Netzwerke bieten die Option, Inhalte zu melden. Zum Beispiel, wenn sie beleidigend sind oder Drohungen enthalten. Die Meldefunktion bieten unter anderem Facebook, Twitter und YouTube. Bei manchen Apps ist es auch möglich, das gesamte Profil zu melden oder Personen zu blockieren.

5. Sich beraten lassen: Zeuginnen oder Zeugen von digitaler Gewalt sowie Personen aus dem Umfeld, der Familie oder des Arbeitsplatzes sollten sich beraten lassen, um Betroffenen zu helfen. Expertinnen und Experten von Beratungsstellen geben Tipps, wie das Umfeld Betroffene am besten unterstützen kann. Eine Übersicht von Hilfeangeboten findet sich unter https://staerker-als-gewalt.de/hilfe-finden/hilfe-fuer-frauen.

6. Position beziehen: In öffentlichen Profilen in sozialen Medien ist es für das Umfeld einfach, Betroffene zu unterstützen. Cybermobbing oder Hasskommentare lassen sich mit einem Post kontern. Oder per Hashtag, der gegen die Angriffe Position bezieht: Mit dem roten x -Emoji und #StärkerAlsGewalt lässt sich ein Zeichen gegen Gewalt gegen Frauen im Netz setzen.

7. In jedem Fall gilt: Handeln Sie nicht ohne das Einverständnis der betroffenen Person. Wichtig ist, die betroffene Person zu ermutigen und dabei zu unterstützen, sich gegen digitale Gewalt zu wehren. Raten Sie der betroffenen Person, sich Hilfe zu suchen, sich z.B. an eine Fachberatungsstelle oder an die Polizei zu wenden – und bieten Sie an, mitzukommen.

Hilfe- und Beratungsangebote

Hier finden Sie Hilfe und Beratung, um gegen Gewalt einzuschreiten.

DIREKTE HILFE

BEI DIGITALER GEWALT

Es ist mutig, in Fällen digitaler Gewalt einzugreifen. Sie verdienen Respekt. Dabei ist es aber völlig normal, wenn Sie sich unsicher fühlen. Auch Sie haben ein Recht auf Beratung und Unterstützung.

Erste Ansprechpartner sind:

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