Häusliche Gewalt: Wie das Umfeld helfen kann

Auch Gewalt zwischen einander nahestehenden Menschen ist keine Privatsache. Was Sie beachten sollten, wenn Sie betroffenen Personen helfen wollen.

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Unterstützung gegen häusliche Übergriffe – was jede und jeder tun kann

Häusliche Gewalt verunsichert oft auch das Umfeld der Betroffenen. Doch es gibt viele gute Gründe einzugreifen. Der beste Schutz ist eine Gesellschaft, die Tätern und Täterinnen klar vermittelt: Dieses Verhalten ist nicht akzeptabel.

Die ersten Schritte: So helfen Sie in Fällen häuslicher Gewalt

Wenn Sie den Verdacht hegen, dass Menschen in Ihrem Umfeld häusliche Gewalt erleben, sollten Sie die betroffene Person zunächst ansprechen. Schildern Sie sachlich, was Ihnen aufgefallen ist und dass Sie sich Sorgen machen. Sie können trösten und die Person darin bestärken, dass sie keine Schuld an den Vorfällen hat.
Zudem können Sie auf Beratungsangebote in ihrer Nähe hinweisen. Am besten geben Sie gleich konkrete Adressen, Sprechzeiten und Telefonnummern weiter. Eine wichtige Unterstützung ist es, die betroffene Person zu Beratungsstellen, gegebenenfalls zu einer Ärztin/einem Arzt, einer Rechtsanwältin oder einem Rechtsanwalt oder zur Polizei zu begleiten. Oder bieten Sie Hilfe im Alltag an, etwa bei der Kinderbetreuung.

Als Zeugin oder Zeuge einschreiten: Das sollten Sie beachten

Wenn Sie häusliche Gewalt beobachten, können Sie klingeln und Hilfe anbieten. Bringen Sie sich jedoch nicht selbst in Gefahr. Rufen Sie im Zweifelsfall die 110. Die Polizei ist immer verpflichtet, bei häuslicher Gewalt einzuschreiten, auch wenn viele Betroffene anschließend keine Anzeige erstatten. Sind Kinder betroffen, können Sie sich auch ans Jugendamt wenden und Ihre Beobachtungen schildern. Das geht auch anonym.

Das Hilfetelefon „Gewalt gegen Frauen" berät auch Personen, die Hilfe beim Einschreiten gegen Gewalt suchen.

Geduldig bleiben: Was tun, wenn Betroffene Ihre Hilfe ablehnen?

Viele Menschen, die häusliche Gewalt erleben, geben sich eine Mitschuld an den Vorfällen oder sie haben die Hoffnung, dass sich die Beziehung retten lässt. Sie sollten das respektieren und nicht gegen den Willen der betroffenen Person handeln – es sei denn, es liegt eine akute Gefahr für Leib und Leben vor. Sie können aber immer wieder Ihr Angebot wiederholen, da zu sein und zu unterstützen.

Und wer hilft mir? Ihr Weg zu Beratung und Unterstützung

Es ist mutig, in Fällen häuslicher Gewalt einzugreifen. Sie verdienen Respekt. Dabei ist es aber völlig normal, wenn Sie sich unsicher fühlen. Sie sind damit nicht allein. Auch Sie haben ein Recht auf Beratung und Unterstützung.

Erste Ansprechpartner sind:

 

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