Gewalt am Arbeitsplatz: Schreiten Sie ein

Gewalt am Arbeitsplatz schadet dem gesamten Unternehmen. Kolleginnen und Kollegen können Betroffenen beistehen; Vorgesetzte haben sogar eine Fürsorgepflicht und müssen von Gewalt betroffene Personen schützen.

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Klare Signale helfen Betroffenen und zeigen Tätern und Täterinnen Grenzen auf

Gewalt am Arbeitsplatz wirkt sich nicht nur auf direkt Betroffene aus. Mobbing oder sexualisierte Belästigung sind in eine Unternehmenskultur eingebunden, die sich auf alle Beschäftigten negativ auswirkt.

Bestimmte Strukturen im Unternehmen können Machtausübung und Gewalt begünstigen. Wenn beispielsweise Rollen und Verantwortlichkeiten nicht klar verteilt werden, keine Personalentwicklung stattfindet oder Beschäftigte häufig Stresssituationen ausgesetzt sind.

Je mehr Kolleginnen und Kollegen solchen Strukturen aktiv entgegentreten, desto größer ist die Chance, dass sich die Unternehmenskultur verändert.

Vor allem als Vorgesetzte oder Vorgesetzter haben Sie eine Fürsorgepflicht und müssen daher von Gewalt betroffene Personen schützen.

Die ersten Schritte: So können Sie vorgehen

  • Sprechen Sie die betroffene Person an. Nehmen Sie sich dafür Zeit und schaffen Sie eine vertrauensvolle Atmosphäre. Teilen Sie sachlich mit, was Sie beobachtet haben. Fragen Sie, was die Person braucht und bieten Sie Hilfe an.
  • Sprechen Sie die Täter oder Täterinnen an. Sagen Sie, was Sie beobachtet haben. Kündigen Sie Konsequenzen an.
  • Stellen Sie sich als Zeugin oder Zeuge zur Verfügung. Bestätigen Sie gegenüber Vorgesetzten und der Personalabteilung, was die betroffene Person erlebt hat.
  • Sie können die betroffene Person begleiten, wenn sie eine Beratung wahrnehmen möchte. Oder Sie bieten an, gemeinsam nach Beratungsstellen zu suchen. Tun Sie jedoch nichts gegen den Willen der Betroffenen.
  • Sind Sie Vorgesetzte oder Vorgesetzter, so sind Sie verpflichtet, eine Beschwerdestelle nach dem AGG einzurichten und bekannt zu machen, bei der Beschwerde gegen sexuelle Belästigung eingereicht werden kann.
  • Als Vorgesetzte oder Vorgesetzter müssen Sie jeder Beschwerde nachgehen. Beschäftigten dürfen aus der Beschwerde keine Nachteile erwachsen.

Und wer hilft mir? Ihr Weg zu Beratung und Unterstützung

Es ist mutig, am Arbeitsplatz gegen Gewalt einzustehen. Sie verdienen Respekt. Dabei ist es aber völlig normal, wenn Sie sich unsicher fühlen. Auch Sie haben ein Recht auf Beratung und Unterstützung.

Erste Ansprechpartner sind:
Vorgesetzte (wenn nicht in die Gewalt involviert), Personalabteilung, Betriebs- oder Personalrat, betriebliche Gleichstellungsbeauftragte, Gewerkschaften

Hilfetelefon „Gewalt gegen Frauen“

Frauenberatungsstellen

Antidiskriminierungsstelle des Bundes

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