Als Führungs- oder Fachkraft Gewalt am Arbeitsplatz vorbeugen und erfolgreich bekämpfen

Beschäftigte haben das Recht auf einen sicheren und geschützten Arbeitsplatz. Fach- oder Führungskräfte müssen eine Unternehmenskultur etablieren, die Gewalt am Arbeitsplatz konsequent verhindert.

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Strategien und Angebote, die Fachkräfte in der Gewaltprävention am Arbeitsplatz unterstützen

Gewalt am Arbeitsplatz geht nicht nur von Kollegen oder Vorgesetzten aus. Auch Kunden oder Patienten können Beschäftigte belästigen oder bedrohen. Unternehmen sind verpflichtet, ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu schützen. Das liegt nicht zuletzt in ihrem eigenen Interesse: Allein der durch Mobbing bedingte Produktionsausfall liegt bei über 12 Milliarden Euro jährlich.

Der rechtliche Rahmen: Was Unternehmen und Fachkräfte wissen müssen

Verschiedene Gesetze verpflichten Führungskräfte und den Betriebsrat dazu, bei Anzeichen von Gewalt oder Belästigung am Arbeitsplatz unverzüglich und konsequent zu handeln.

  • Nach dem Betriebsverfassungsgesetz stehen Sie als Arbeitgeber in der Verantwortung, Leben und Gesundheit der Beschäftigten zu schützen.
  • Das Arbeitsschutzgesetz verpflichtet Sie, eine Gefährdungsbeurteilung für die Arbeitsplätze in Ihrem Unternehmen zu erstellen. Das Gewaltrisiko – beispielsweise durch Kundenkontakt oder Publikumsverkehr – müssen Sie dabei berücksichtigen.
  • Das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz verpflichtet Sie, Diskriminierung unter anderem aufgrund des Geschlechts zu unterbinden. So müssen Sie zum Beispiel eine Beschwerdestelle einrichten, an die sich Betroffene vertraulich wenden können.

Die Unternehmenskultur entscheidet: Bewährte Strukturen zur Gewaltprävention

Klar ist: Es gibt kein Patentrezept für alle Unternehmen, um Gewalt am Arbeitsplatz zu verhindern. Bestimmte Strukturen haben sich aber in der Gewaltprävention bewährt.

  • Richten Sie ein Frühwarnsystem ein. Schulen Sie Führungskräfte und innerbetriebliche Multiplikatoren zu Formen von Gewalt und möglichen Hilfen.
  • Standardisieren Sie das Vorgehen bei Gewalt. Entwickeln Sie gemeinsam mit Partnern aus Geschäftsführung, Management, Personalabteilung und betrieblicher Mitbestimmung eine Strategie. Verfassen Sie eine Checkliste für Ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die Ansprechpartner, Zuständigkeiten und Handlungsempfehlungen enthält.
  • Gewalt am Arbeitsplatz darf kein Tabuthema sein. Informieren Sie Ihre Beschäftigten auch ohne konkreten Anlass in Mitarbeitermedien und im Intranet. Schließen Sie eine Anti-Gewalt-Vereinbarung ab.
  • Überprüfen Sie die Arbeitsorganisation. Stress sowie unklare Rollen und Ressourcen begünstigen Gewalt am Arbeitsplatz.
  • Investieren Sie in die Personalentwicklung. Qualifizieren Sie Beschäftigte für ihre Aufgaben. Beziehen Sie sie in Entscheidungen ein. Berücksichtigen Sie emotionale Konsequenzen betrieblicher Entscheidungen.
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