Partnerschaftsgewalt: Unterstützung für betroffene Männer

Auch Männer sind in Partnerschaften regelmäßig Gewalt ausgesetzt. In einem von fünf Fällen ist nach polizeilicher Kriminalstatistik ein Mann betroffen.

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Männerfokussierte Beratung

Für Männer, die Gewalt in einer Partnerschaft erlebt haben, gibt es spezielle Beratungs- und Unterstützungsangebote. Auch Familienmitglieder, der Freundeskreis oder Fachkräfte, die von Gewalt betroffenen Männern helfen möchten, können sich an diese Anlaufstellen wenden. Eine Übersicht erhalten Sie in der Rubrik „Hilfe für Männer“.

Ausbau und Vernetzung der Hilfeangebote für Männer

Für die Vernetzung und den Ausbau der Hilfeangebote für Männer setzt das BMFSFJ einen 5-Stufen-Plan für ein Unterstützungssystem für Jungen und Männer in Krisen- und Problemlagen um:

  1. INFORMATION: Seit Februar 2019 bietet die Beratungslandkarte auf der Website des Bundesforums Männer maennerberatungsnetz.de Zugang zu mehr als 300 Beratungsangeboten für Jungen und Männer bei Fragen zu Erziehung, Arbeit, Gewalterfahrungen oder Pflege.
  2. WEITERBILDUNG: Die Beratungsqualität und auch die Reichweite der Angebote für Männer werden weiter verbessert. Durch Weiterbildungen des SKM Bundesverbands e.V. werden beispielsweise Fachkräfte dabei unterstützt, Männerthemen in ihren Beratungsalltag zu integrieren. Der erste Lehrgang startete im Frühjahr 2020. Der zweite Lehrgang beginnt im Frühjahr 2021, es gibt noch freie Plätze (Stand 09/2020).
  3. VERNETZUNG: Um Angebote für Männer in allen Bundesländern zu etablieren, wurde die bundesweite Fach- und Koordinierungsstelle Männergewaltschutz mit Sitz in Dresden aufgebaut. Sie berät Träger, Kommunen und Länder zum Beispiel bei der Errichtung und dem Betrieb von Schutzeinrichtungen. Die Website bietet eine Übersicht über bestehende Einrichtungen für betroffene Männer und ihre Kinder. Außerdem sind eine bundesweite Falldokumentation sowie Online-Beratungsangebote geplant.
  4. AUSBAU: Ein regelmäßiger Fachaustausch mit den Bundesländern sorgt dafür, die Belange von Jungen und Männern in den Kommunen und Ländern übergreifend besser zu berücksichtigen. Ein Beispiel für länderübergreifende Initiativen ist das gemeinsame Männer-Hilfetelefon, initiiert von Nordrhein-Westfalen und Bayern.
  5. FORSCHUNG: Für 2021 plant das BMFSFJ in Kooperation mit dem Bundesinnenministerium und dem Bundeskriminalamt eine umfassende geschlechtervergleichende Dunkelfeld-Studie zu Gewaltbetroffenheit. Die Studie wird Klarheit darüber geben, wie hoch der Bedarf für Angebote zum Gewaltschutz ist – unabhängig vom Geschlecht der Betroffenen.

Der Gewaltschutz von Männern ist Bestandteil der Gleichstellungspolitik für Jungen und Männer. Das erste Dossier zum Thema „Gleichstellungspolitik für Jungen und Männer“ steht Ihnen hier zur Verfügung.

 

Männergewaltschutz in Deutschland

Die in Deutschland bestehenden Männerschutzeinrichtungen und weitere Akteurinnen und Akteure der Männergewaltschutzarbeit haben sich im bundesweiten Netzwerk Männergewaltschutz zusammengeschlossen.

Für mehr Präsenz in der öffentlichen Wahrnehmung

Die Akteurinnen und Akteure der Männergewaltschutzarbeit setzen sich für eine breitere Diskussion zu Gewalt gegen Männer in allen Erscheinungsformen ein, die über die Formen von häuslicher und sexueller Gewalt hinausgeht. Ziel ist es, die Öffentlichkeit sowie Medien stärker dafür zu sensibilisieren, dass Männer von Gewalt betroffen sind und um welche Formen von Gewalt es sich dabei handeln kann.

Für Hilfe in jeder Situation

Spezielle Gewaltschutz- und Beratungsangebote helfen Männern ab 18 Jahren – und bei Bedarf auch deren Kindern –, die von häuslicher Gewalt, von sexueller bzw. sexualisierter Gewalt, von sozialer oder ökonomischer Gewalt im häuslichen oder außerhäuslichen Rahmen betroffen sind. Ebenso gehört Hilfe in krisenhaften Trennungs- und Scheidungssituationen dazu, wenn die Gefahr besteht, Opfer von Gewalt zu werden. Die Angebote unterstützen Männer in gemischt- und gleichgeschlechtlichen Lebenspartnerschaften sowie Männer in bi-nationalen Partnerschaften bzw. mit Migrationshintergrund, die zum Beispiel von Zwangsheirat oder aufgrund von homosexuellem Outing bedroht sind.

 

„Um gewaltbetroffenen Männern und deren Kindern angemessen helfen zu können, braucht es in den kommenden Jahren einen Ausbau des Netzes von Männerschutzwohnungen in Deutschland. Beratungsangebote müssen dabei durch eine zeitweilige Unterbringung in Männergewaltschutzprojekten ergänzt werden, wenn Gewaltsituationen weiter zu eskalieren drohen. Ein bedarfsgerechtes Angebot sollte sich dabei an der Größe und Einwohnerzahl des jeweiligen Bundeslandes orientieren sowie an den vorliegenden Daten zu gewaltbetroffenen Männern.“

Frank Scheinert, Bundesfach- und Koordinierungsstelle Männergewaltschutz

DIREKTE HILFE

BEI HÄUSLICHER GEWALT

Hier finden Männer Hilfe, wenn sie von häuslicher Gewalt betroffen sind:

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