Digitale Gewalt: 10 Tipps – so wehren Sie sich gegen Angriffe

Digitale Gewalt wie Cybermobbing oder Cyberstalking kann jede und jeden treffen. Um die Angriffe zu stoppen, ist es wichtig zu handeln: Denn oft hören die Attacken auf, wenn sich die angegriffene Person wehrt.

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Wie Sie gegen digitale Gewalt vorgehen können, zeigt die folgende Checkliste.

1. Ruhe bewahren, Unterstützung suchen: Digitale Gewalt ist beängstigend. Umso wichtiger ist es, sich in Ruhe anderen anzuvertrauen.

2. Sich beraten lassen: Expertinnen und Experten in Beratungsstellen unterstützen dabei, einen Weg aus dem Cybermobbing oder anderen Formen digitaler Gewalt zu finden.  Eine Übersicht von Hilfeangeboten findet sich unter https://staerker-als-gewalt.de/hilfe-finden/hilfe-fuer-frauen. Auch das Hilfetelefon „Gewalt gegen Frauen“ berät Betroffene von digitaler Gewalt und vermittelt auf Wunsch an eine Fachberatungsstelle vor Ort.

3. Beweise sichern: Wer Screenshots der beleidigenden oder intimen Beiträge macht oder diese ausdruckt, sammelt wichtige Beweise. Es kann auch nützlich sein, Beweise auf einem separaten Datenträger zu speichern. Das ist nicht strafbar – Ausnahme: Kinderpornografie. Dabei ist sowohl der Besitz strafbar als auch das Speichern oder die Verbreitung.

4. Privatsphäre schützen: Um Tatpersonen den Zugriff auf persönliche Daten zu erschweren, hilft es oft schon, einige Funktionen in Messenger-Diensten, sozialen Medien oder auf Plattformen wie YouTube zu aktivieren. Zum Beispiel lassen sich Profilbilder, Namen, Status oder Aktivitäten verbergen. Außerdem können bestimmte Personen blockiert oder als Follower entfernt werden.

5. Technische Möglichkeiten nutzen: Neue Handynummern, Passwörter, E-Mail- oder Social-Media-Accounts können Tatpersonen bei Cybermobbing, Cyberstalking oder Datendiebstahl den Zugriff verwehren. Das Smartphone wird sicherer, wenn Standorteinstellungen, Webcam und/oder Kamera deaktiviert und unbekannte Apps gelöscht sind – dabei könnte es sich um Spy-Ware handeln.

6. Inhalte entfernen lassen: Die Internet-Beschwerdestellen eco, fsm und jugendschutz.net helfen weiter, wenn es um das Löschen von Inhalten auf bestimmten Websites geht.

7. Inhalte melden: Apps, soziale Netzwerke und Plattformen wie Facebook, Twitter und YouTube bieten teilweise die Option, Inhalte zu melden. Zum Beispiel, wenn sie beleidigend sind oder Drohungen enthalten. Bei manchen Apps ist es auch möglich, das gesamte Profil zu melden oder Personen zu blockieren.

8. Rechtliche Mittel prüfen: In vielen Fällen erfüllt digitale Gewalt einen Straftatbestand, zum Beispiel: Beleidigung, Nötigung, Verletzung des Rechtes am eigenen Bild oder Identitätsdiebstahl. Ob eine Straftat vorliegt, lässt sich im Gespräch mit einer Fachberatungsstelle erörtern. Eine Übersicht von Beratungsangeboten findet sich unter https://staerker-als-gewalt.de/hilfe-finden/hilfe-fuer-frauen.

9. Aktiv werden & Verbündete suchen: Per Hashtag lassen sich die Angriffe kontern: Das rote x -Emoji und #StärkerAlsGewalt setzt der Tatperson sichtbar etwas entgegen – und ist ein Zeichen gegen Gewalt gegen Frauen im Netz. Mit dieser Mechanik können auch Personen aus dem Freundes- oder Familienkreis gegen die Angriffe Position beziehen.

10. In jedem Fall gilt: Sie entscheiden, welche Schritte Sie unternehmen wollen. Entschließen Sie sich dazu, die digitalen Angriffe anzuzeigen, können Sie auch gemeinsam mit Vertrauten oder Familienmitgliedern zur Polizei gehen.

Hilfe- und Beratungsangebote

Hier finden Sie Hilfe und Beratung, um gegen Gewalt einzuschreiten.

DIREKTE HILFE

BEI DIGITALER GEWALT

Es ist mutig, in Fällen digitaler Gewalt einzugreifen. Sie verdienen Respekt. Dabei ist es aber völlig normal, wenn Sie sich unsicher fühlen. Auch Sie haben ein Recht auf Beratung und Unterstützung.

Erste Ansprechpartner sind:

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