Gewalt in der Öffentlichkeit: Schützen Sie sich

Oft kündigen klare Signale Gewalt an. Doch nur wenige Menschen wissen, wie sie sich in bedrohlichen Situationen schützen können. Aus der Polizeiarbeit gibt es hilfreiche Tipps.

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Gewalttätige Übergriffe richtig einschätzen und schnell handeln

Ob auf der Straße, im Bus oder Supermarkt: Wer in der Öffentlichkeit von Gewalt betroffen ist oder etwas beobachtet hat, fühlt sich oft hilflos. Täterinnen oder Täter nutzen meist das Überraschungsmoment und die Unsicherheit der Angegriffenen aus. Zudem wird Gewalt im Alltag selten offen thematisiert. Die wenigsten Menschen wissen daher, wie sie auf einen gewalttätigen Übergriff reagieren sollten.

Erfahrung aus der Polizeiarbeit: Bestimmte Signale kündigen öffentliche Gewalt im Vorfeld an

Gewalt in der Öffentlichkeit tritt nur in seltenen Fällen spontan auf. Sie kündigt sich an: durch Gereiztheit, verbale Aggression und Provokation, Beleidigungen, Drohgebärden und Respektlosigkeit.

Viele Menschen können potenziell bedrohliche Situationen richtig einschätzen. Vertrauen Sie Ihrem Bauchgefühl. Suchen Sie in potenziell gefährlichen Situationen die Nähe anderer Menschen. Sprechen Sie diese auch an und bitten Sie um Hilfe.

Gewalt beenden: 6 Tipps, was Sie sofort unternehmen können

  • Lassen Sie sich nicht provozieren. Bei Gewalt in der Öffentlichkeit geht es nicht um einen konkreten Konflikt, sondern um Macht und Kontrolle. Eine aggressive Reaktion wird der Täter oder die Täterin in den meisten Fällen als Aufforderung verstehen, weiterzumachen.
  • Setzen Sie deutlich und bestimmt Grenzen. Fordern Sie den Täter oder die Täterin auf, das Verhalten zu unterlassen. Sie können diesen Satz mehrmals wiederholen, ohne auf das Gesagte des Täters oder der Täterin einzugehen. Kündigen Sie Konsequenzen an, etwa dass Sie die Polizei rufen werden. Siezen Sie fremde Täter und Täterinnen. Außenstehende können die Situation so leichter erkennen und einschreiten.
  • Tun Sie etwas Unerwartetes. Der Täter oder die Täterin rechnet mit Angst und Erstarrung. Fangen Sie an zu singen oder zu rufen. Täuschen Sie ein Telefonat am Handy vor.
  • Sprechen Sie umstehende Menschen an. Sagen Sie laut und deutlich, dass Sie sich gerade bedroht fühlen. Bitten Sie konkrete Personen, Ihnen zu helfen und anschließend als Zeugen zur Verfügung zu stehen.
  • Rufen Sie die Polizei. Dabei muss es noch nicht zu konkreter Gewalt gekommen sein. Eine für Sie bedrohliche Situation ist ausreichend, um den Notruf zu wählen.
  • Bei einem akuten, bedrohlichen Angriff dürfen Sie sich wehren. Wenn möglich, flüchten Sie dorthin, wo es Hilfe gibt.

Wer hilft nach erlebter Gewalt?

Jeder Mensch geht mit einem Gewalterlebnis anders um. Schweigen Sie nicht über das Erlebte – oft kann ein erster Schritt ein Gespräch mit einer Vertrauensperson aus dem sozialen Umfeld sein.

Die Polizei berät Sie zu den Möglichkeiten, Anzeige zu erstatten. Bei Bedarf können Sie darum bitten, mit einer weiblichen Person zu sprechen.

Wenden Sie sich an das Hilfetelefon „Gewalt gegen Frauen“ – anonym, kostenlos und vertraulich.
Wenden Sie sich an eine Frauenberatungsstelle oder einen Frauennotruf in Ihrer Nähe – geschulte Fachkräfte sind für Sie da.

 

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