Gewalt am Arbeitsplatz: Werden Sie aktiv dagegen

Gewalt am Arbeitsplatz kann häufig auch die wirtschaftliche Existenz der Betroffenen bedrohen. Sie haben ein Recht auf Unterstützung, zum Beispiel durch den Arbeitgeber.

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Plötzlich wird die Kollegin zum Feind. Der Vorgesetzte lässt anzügliche Bemerkungen fallen. Gewalt am Arbeitsplatz ist für Betroffene besonders bedrohlich, weil sie auch das Einkommen und die wirtschaftliche Existenz der Betroffenen gefährdet.

Machen Sie sich klar: Sie trifft keine Schuld an der Situation. Studien zeigen, dass es keine typischen Opfer von Gewalt am Arbeitsplatz gibt und somit auch kein „richtiges“ oder „falsches“ Verhalten. Verantwortlich ist allein der Täter oder die Täterin. Auch die Unternehmenskultur spielt eine große Rolle.

Der erste Schritt: Ziehen Sie möglichst schnell eine Person ins Vertrauen

Studien und die Erfahrung aus der Praxis zeigen: Gewalt am Arbeitsplatz ist selten ein einmaliger Vorfall. Die Angriffe wiederholen sich meist und werden schlimmer. Wichtig ist deshalb, die Vorgänge sichtbar zu machen. Im ersten Schritt können Sie mit einer Vertrauensperson im Unternehmen oder in Ihrem Freundes- und Bekanntenkreis sprechen. Das entlastet Sie in der akuten Stresssituation. Außerdem helfen Gespräche dabei, die Vorgänge zu realisieren und richtig einzuordnen.

Auswege aus der Gewalt: 5 Tipps, wie Sie sofort aktiv werden können

  • Sprechen Sie den Täter oder die Täterin an. Sagen Sie der Person, dass Sie sich belästigt oder verfolgt fühlen. Kündigen Sie Konsequenzen an. Manche Täter schüchtert es ein, wenn Sie klare Grenzen setzen.
  • Suchen Sie sich Verbündete im Kollegenkreis oder unter Vorgesetzten. Auch Kolleginnen und Kollegen, die nichts unternehmen, sind oft nicht einverstanden mit der Gewalt und können Ihnen beistehen.
  • Dokumentieren Sie die Vorfälle. Notieren Sie, was genau passiert ist, die Zeit und den Ort, mögliche Zeugen und Ihre Reaktion. Das kann später ein wichtiges Beweismittel sein. Besprechen Sie mit Ihrer Hausärztin oder Ihrem Hausarzt, dass Sie Gewalt am Arbeitsplatz ausgesetzt sind. Bringen Sie gesundheitliche Folgen wie Schlaflosigkeit, psychosomatische Erkrankungen oder depressive Symptome konsequent mit den Vorfällen in Verbindung.
  • Lassen Sie sich beraten. Wenden Sie sich dafür an die Personalabteilung, den Betriebs- oder Personalrat, die betriebliche Gleichstellungsbeauftragte, an die Rechtsberatung Ihrer Gewerkschaft, an Frauenberatungsstellen oder an Mediatorinnen und Mediatoren. Prüfen Sie mithilfe der Fachleute Ihre Möglichkeiten, Strafanzeige zu erstatten oder zivilrechtliche Ansprüche wie Unterlassung, Schadensersatz oder Schmerzensgeld durchzusetzen.
  • Alle Beschäftigten haben das Recht, bei der zuständigen Stelle im Betrieb Beschwerde wegen sexueller Belästigung einzulegen. Diese muss eingerichtet und vom Arbeitgeber bekannt gemacht werden (Paragraf 12, Absatz 5 des Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetzes).

 

Auf einen Blick: Hier erhalten Sie sofort Hilfe und Beratung

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