Stalking erkennen

„Fühl Dich doch geschmeichelt!“ – das hören viele Frauen, die von Stalking betroffen sind. Das Nachstellen gegen den Willen der Frau ist jedoch strafbare Gewalt. Auch Männer sind von Stalking betroffen.

Mehr lesen

Stalking: Bestimmt kein Kompliment

Der englische Begriff „to stalk“ kommt aus der Jagd und bedeutet so viel wie Anschleichen oder Anpirschen. Stalking bezeichnet das intensive und andauernde Nachstellen, Belästigen und Bedrohen der ausgewählten Person. Stalkerinnen und Stalker zwingen Betroffenen den Kontakt auf. Es geht ihnen nicht um eine Beziehung. Tatsächliches Ziel sind Macht und Kontrolle.

Woran erkenne ich Stalking?

Stalking kann viele Formen annehmen. Dazu gehören die ständige unerwünschte Kommunikation über Briefe, E-Mails, Telefon, Messenger oder das Beobachten und Auskundschaften von Tagesabläufen und Gewohnheiten. Auch die indirekte Kontaktaufnahme über dritte Personen, Beschimpfungen sowie das Eindringen in Wohnräume oder Lebensbereiche wie den Arbeitsplatz, den Verein oder das Fitnessstudio zählen dazu. Unerwünschte Geschenke oder Bestellungen im Namen der Betroffenen, das Zerstören von Eigentum sowie das Androhen von Gewalt bis hin zu tatsächlichen körperlichen oder sexuellen Übergriffen kann ebenfalls als Stalking bezeichnet werden.

Lebensgestaltung und Gesundheit der Betroffenen sind hierdurch massiv beeinträchtigt und gefährdet. Oft fühlen sie sich hilflos und ausgeliefert. Sie ziehen sich von Freunden und Bekannten zurück oder müssen sogar ihr Lebens- oder Arbeitsumfeld wechseln. Psychosomatische Folgen können sein: Stressreaktionen und Angstzustände, Panikattacken sowie Depressionen bis hin zu Selbstmordgedanken.

Wie oft kommt es in Deutschland zu Stalking?

Fast jede vierte Frau erlebt im Laufe ihres Lebens eine Form von Stalking. In den weitaus meisten Fällen (84 Prozent) sind Männer die Täter. Sie stammen aus allen Altersgruppen und sozialen Schichten. Auch Männer werden Opfer von Stalking. Hilfsorganisationen zufolge sind etwa vier Prozent aller Männer einmal im Leben von Stalking betroffen.

Stalker sind häufig mit der Person bekannt, die sie belästigen. Sie sind vielleicht Ex-Partner, stammen aus dem Kollegenkreis oder trainieren im gleichen Sportverein. In vielen Fällen bestand vor dem Stalking eine intime Beziehung.

Wer hilft bei Stalking?

  • Stalking ist seit 2007 ein Straftatbestand und kann bei jeder Polizeidienststelle angezeigt werden. Die Erfahrung zeigt: In vielen Fällen hören Belästigungen dann auf. Nicht nur das Stalking an sich, sondern auch einzelne Handlungen können strafrechtlich relevant sein – beispielsweise Beleidigung, Einbruch oder Körperverletzung.
  • Das Hilfetelefon „Gewalt gegen Frauen“ berät betroffene Frauen und vermittelt auf Wunsch Kontakt zu Beratungsstellen und Hilfsorganisationen.
  • Betroffene können sich über die Frauenberatungsstellen in ihrer Nähe auch anwaltlich beraten lassen.
  • Frauenhäuser bieten Frauen Schutz vor weiterer Gewalt.
×

Diese Website verwendet Cookies, um die Funktionalität bestimmter Anwendungen zu gewährleisten, zum Beispiel beim Bestellservice für Publikationen. Zudem werden zu Optimierungszwecken pseudonymisierte Zugriffsdaten gesammelt und gespeichert. Näheres hierzu erfahren Sie in den Datenschutzhinweisen. Dort haben Sie auch die Möglichkeit, sich von der statistischen Erfassung ausnehmen zu lassen.