Menschenhandel erkennen

Von Menschenhandel spricht man, wenn eine Person unter Ausnutzung ihrer Zwangslage in eine Ausbeutungssituation gebracht wird. Menschenhandel steht häufig, aber nicht immer, im Zusammenhang mit Migration von Frauen und Männern.

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Menschenhandel: Grenzenlose Ausbeutung

Menschenhandel ist eine schwere Menschenrechtsverletzung. Ziel des Menschenhandels ist die Ausbeutung einer anderen Person. Nach internationaler Definition, die auch das deutsche Strafrecht übernommen hat, ist Menschenhandel die Anwerbung, Beförderung, Beherbergung oder Aufnahme von Personen durch die Androhung oder Anwendung von Gewalt oder anderen Formen der Nötigung, durch Entführung, Betrug, Täuschung, Missbrauch von Macht oder Ausnutzung besonderer Hilflosigkeit zum Zweck der Ausbeutung.

Bekannte Ausbeutungsformen bei Menschenhandel sind unter anderem die sexuelle Ausbeutung, ausbeuterische Arbeitsverhältnisse, die Ausbeutung von Betteltätigkeit oder die Ausbeutung erzwungener strafbarer Handlungen.

Opfer von Menschenhandel sind Frauen und Mädchen, Männer und Jungen. Betroffene des Menschenhandels zum Zwecke der sexuellen Ausbeutung sind fast ausschließlich Frauen und Mädchen. Die anderen Ausbeutungsformen betreffen auch Männer und Jungen zu einem größeren Anteil.

Wie oft kommt es in Deutschland zu Menschenhandel?

Im Bundeslagebild Menschenhandel des Bundeskriminalamtes (BKA) 2018 sind 356 Verfahren erfasst. Die Europäische Polizeibehörde Europol geht jedoch davon aus, dass in allen europäischen Staaten gegenwärtig hunderttausende Menschen als Folge von Menschenhandel ausgebeutet werden. Selten erstatten die Betroffenen von sich aus Anzeige.

Bei den im Bundeslagebild des BKA erfassten Verfahren ging es weit überwiegend um Menschenhandel zum Zweck der sexuellen Ausbeutung und Zwangsprostitution. Mehr als 96 Prozent der Betroffenen dieser Ausbeutungsform sind weiblich. Sie kommen oft aus Deutschland und anderen mittel- und osteuropäischen Ländern, aus einem afrikanischen Staat oder Asien. Menschen unter 21 Jahren, die in ihrem Herkunftsland zu diskriminierten Gruppen gehören, sind besonders gefährdet.

Wer hilft bei Menschenhandel?

  • Menschenhandel und dessen Begleitdelikte sind Straftatbestände, die bei der Polizei angezeigt werden können und denen die Polizei nachgehen muss. Häufig kommen Delikte wie Körperverletzung, sexuelle Straftaten, Freiheitsberaubung, Schwarzarbeit oder Schleuserei hinzu.
  • Betroffene von Menschenhandel finden bei den im Bundesweiten Koordinierungskreis gegen Menschenhandel e.V. (KOK e.V.) organisierten Fachberatungsstellen anonyme, kostenlose, vertrauliche und von staatlichen Institutionen unabhängige, ganzheitliche Beratung und Unterstützung.
  • Eine erste Anlaufstelle für Frauen, die Opfer von Menschenhandel geworden sind, ist zudem das Hilfetelefon „Gewalt gegen Frauen“, das Opfer, Angehörige sowie Zeuginnen und Zeugen rund um die Uhr berät und zu lokalen Hilfsorganisationen weiterleitet.
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