Das Recht am eigenen Bild: Wenn intime Aufnahmen zur Waffe werden

Die Beziehung ist beendet – aber der oder die Ex löscht intime Bilder nicht? Vielleicht droht er oder sie sogar damit, die Aufnahmen ins Internet zu stellen? Es gibt Möglichkeiten, sich gegen diese Form von digitaler Gewalt zu wehren – und Anzeige zu erstatten, wenn Bilder unerlaubt an Dritte verschickt werden.

Mehr

Verletzung des Rechts am eigenen Bild: Was genau heißt das?

Werden Bilder von einem selbst ohne Erlaubnis im Internet veröffentlicht, wird das Recht am eigenen Bild verletzt. Selbst wenn der oder die Ex nur droht, die Bilder ins Internet zu stellen, kann dies als Nötigung laut §240 StGB strafbar sein. Sollte es nicht bei der Drohung bleiben: Die unerlaubte Veröffentlichung beziehungsweise Weitergabe von Aufnahmen aus dem höchstpersönlichen Lebensbereich ist strafbar laut Strafgesetzbuch (§ 201 StGB).

  • Intime Fotos werden ohne Erlaubnis per SMS oder über Soziale Medien veröffentlicht

Sexting (zusammengesetzt aus den englischen Begriffen „sex“ und „texting“) bezeichnet das Verschicken von intimen Fotos per SMS oder über eine Plattform in den Sozialen Medien. Auch wenn die intimen Aufnahmen mit der Zustimmung einer Person erstellt wurden – niemand hat das Recht, die Bilder unerlaubt weiterzuleiten oder zu veröffentlichen.

  • Peinliche Fotos werden ohne Erlaubnis im Internet oder Soziale Medien veröffentlicht

Auch Fotos, die eine Person in einer peinlichen oder demütigenden Situation zeigen, dürfen anderen nicht ohne Erlaubnis zugänglich gemacht werden (§ 201a StGB). Nutzt jemand diese Fotos zum Beispiel für Cyber-Mobbing, verletzt dies das Persönlichkeitsrecht und ist strafbar.

Wie lässt sich dagegen vorgehen, wenn das Recht am eigenen Bild verletzt wird?

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, das Recht am eigenen Bild durchzusetzen. Ein erster Schritt kann es sein, die Person aufzufordern, die Bilder zu löschen und die entsprechenden Daten vollständig von möglichen Datenträgern zu löschen.

In jedem Fall ist es wichtig, Screenshots von den Bildern zu erstellen, die unerlaubt auf Sozialen Medien hochgeladen wurden. Entschließt sich die betroffene Person zu einer Anzeige wegen unerlaubten Verschickens privater Bilder, benötigt die Polizei diese Beweise, um zu ermitteln.

Betreiber von Webseiten sind verpflichtet, Bilder zu löschen, die ohne Zustimmung der betroffenen Person hochgeladen wurden. Auf Plattformen in den Sozialen Medien können Bilder und Videos gemeldet werden. Bei Facebook zum Beispiel erscheint neben Inhalten der Link „Feedback geben oder melden“. Bei Twitter lässt sich über das Pfeil-nach-unten-Symbol bei einem Tweet die Option „Melden“ auswählen. Bei YouTube können angemeldete Nutzerinnen und Nutzer über das Dreipunkt-Menü unter dem Player, die Option „Melden“ im Drop-Down-Bereich wählen.

Viele Beratungsstellen helfen bei digitaler Gewalt weiter. Geschulte Beraterinnen und Berater unterstützen Betroffene dabei, für sich selbst den richtigen Weg aus der Situation zu finden.

Jetzt handeln

gegen digitale Gewalt

Sie sind selbst von digitaler Gewalt betroffen oder fragen sich, wie Sie anderen Betroffenen helfen können? Hier finden Sie Tipps, was Sie tun können:

mobile navi deaktivate