Heimliche Aufnahmen: Intime Bilder als Waffe

Ob versteckte Kamera oder manipulierte Webcam: Heimliche Aufnahmen sind eine Form von digitaler Gewalt. Tatpersonen installieren dabei besonders häufig Kameras in Schlafzimmer oder Bad. Sie können diese Aufnahmen benutzen, um Menschen zu diskreditieren oder zu erpressen. Beratungsstellen können dabei helfen, gegen die Angriffe vorzugehen.

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Wie intime Bilder von Tatpersonen missbraucht werden

Heimliche Aufnahmen beim Sex oder von einer versteckten Kamera in Umkleide oder Bad: Für Betroffene ein Alptraum. Werden die Aufnahmen öffentlich gemacht, kann das verheerende Folgen für das Ansehen oder das Berufsleben dieser Person haben. Denn im Internet oder auf Sozialen Medien erreichen Bilder eine Vielzahl von Menschen. Tatpersonen machen sich dabei die vermeintliche Anonymität der digitalen Welt zunutze.

Upskirting

Upskirting oder Downblousing bezeichnet heimliche Aufnahmen unter den Rock oder in den Ausschnitt. Tatpersonen filmen oder fotografieren dabei mit dem Smartphone, ohne das Betroffene es merken. Häufig werden die Aufnahmen über Soziale Medien verbreitet. Die Tat verletzt sowohl die Persönlichkeitsrechte als auch die sexuelle Selbstbestimmung von Betroffenen. In Deutschland gilt Upskirting künftig als Straftat und wird mit einer Geldstrafe oder einer Freiheitsstrafe von bis zu zwei Jahren bestraft (§ 184 StGB).

Heimliche Aufnahmen sind eine Straftat

Das Recht am eigenen Bild schützt vor der Veröffentlichung, Verbreitung und Zurschaustellung von Aufnahmen. Wer andere ohne Einverständnis in einem besonders geschützten Raum filmt und/oder diese Aufnahmen veröffentlicht, verletzt die Privatsphäre und den höchstpersönlichen Lebensbereich (§201a StGB) einer Person. Die heimlichen Aufnahmen und die Weitergabe an Dritte sind damit eine Straftat, die mit Freiheits- oder Geldstrafen geahndet werden kann.

 

Wie lässt sich gegen die Tatpersonen vorgehen?

Ein erster Schritt kann es sein, sich anderen anzuvertrauen. Beratungsstellen können Betroffene dabei unterstützen, weitere Schritte gegen diese Form digitaler Gewalt einzuleiten. Sind die heimlichen Aufnahmen auf Online-Plattformen zu sehen, ist es möglich, die Bilder oder Videos zu melden. Ist klar, wer die Aufnahmen veröffentlicht hat, können Betroffene ihr Recht geltend machen und die Tatperson auffordern, die Bilder von der Plattform sowie von sämtlichen Datenträgern zu löschen. Screenshots sollten als Beweise gesichert werden – auch für den Fall, dass Betroffene Anzeige bei der Polizei erstatten wollen.

Jetzt handeln

Gegen digitale Gewalt

Sie sind selbst von digitaler Gewalt betroffen oder fragen sich, wie Sie anderen Betroffenen helfen können? Hier finden Sie Tipps, was Sie tun können:

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